ACHTUNG
dieser Text ist AI erstellt.
er ließt sich auf den ersten Blick richtig
ich (Dietrich Juhl) gerantiere aber für nix:
Technische Dokumentation lebt von präziser Sprache. Wer Anleitungen schreibt, gestaltet nicht nur Texte, sondern auch Bedeutungen: Leserinnen und Leser müssen Begriffe schnell erkennen, richtig zuordnen und sicher anwenden können. Eine saubere Terminologie sorgt dafür, dass „das Gleiche“ auch wirklich gleich heißt – und dass ein Begriff nicht stillschweigend mehrere Dinge meint. Dieses Snipbook gliedert die Thematik in einzelne Seiten, damit jede Einheit als kompakter Lern- und Arbeitsbaustein genutzt werden kann.
· Eindeutigkeit: Ein Begriff steht für ein klar abgegrenztes Konzept.
· Konsistenz: Gleiche Dinge werden gleich benannt – über alle Medien hinweg.
· Effizienz: Redaktions- und Übersetzungsaufwand sinkt durch Standardisierung.
· Qualität: Weniger Rückfragen, weniger Fehler, bessere Usability.
· Skalierbarkeit: Terminologie macht modulare Dokumentation und Wiederverwendung stabiler.
Terminologie bezeichnet die Gesamtheit fachsprachlicher Benennungen eines Fachgebiets und die systematische Arbeit an diesen Benennungen. In der technischen Dokumentation ist Terminologie der Werkzeugkasten, um Wissen eindeutig zu kodieren: Begriffe werden erhoben, definiert, festgelegt und konsistent verwendet. Entscheidend ist dabei, dass Terminologie nicht nur aus „Wörtern“ besteht, sondern aus einer Beziehung zwischen Begriff, Benennung und Definition.
Ein Begriff ist eine gedankliche Einheit (ein Konzept), zum Beispiel „Not-Halt-Einrichtung“ oder „Benutzerkonto“. Eine Benennung ist das sprachliche Zeichen dafür, also das Wort oder die Wortgruppe, die im Text erscheint. Eine Definition beschreibt den Begriff so, dass er nachvollziehbar abgegrenzt und von ähnlichen Begriffen unterschieden werden kann.
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· Synonyme ohne Kontrolle: „Knopf“, „Taste“, „Schalter“ wechseln ohne erkennbaren Grund.
· Mehrdeutigkeit: Ein Begriff wie „Modul“ meint mal Hardware, mal Software, mal Zubehör.
· UI-Abweichungen: Dokumentation nennt etwas anders als die Benutzeroberfläche.
· Übersetzungsrisiken: Uneinheitliche Ausgangstexte erzeugen uneinheitliche Zielsprachen.
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Terminologie ist wichtig, weil technische Kommunikation in der Praxis unter Zeitdruck und mit unterschiedlichen Vorkenntnissen gelesen wird. Anwender möchten nicht interpretieren, was gemeint sein könnte, sondern müssen zuverlässig verstehen, was zu tun ist. Für Unternehmen ist Terminologie ein Qualitäts- und Effizienzhebel: Sie verringert Supportkosten, beschleunigt Übersetzungen und schafft eine konsistente Produktwahrnehmung. Vor allem aber reduziert sie Risiken – fachlich, organisatorisch und sicherheitsrelevant.
Eindeutige Begriffe senken die Fehlerrate. Gerade bei Wartung, Inbetriebnahme oder Störungsbehebung kann eine unklare Benennung dazu führen, dass die falsche Komponente bedient wird oder ein Schritt ausgelassen wird. Terminologie schafft hier die Basis für klare Handlungsanweisungen.
Produkte kommunizieren über viele Medien: UI-Texte, Handbuch, Onlinehilfe, Serviceunterlagen, Training, Release Notes. Wenn überall andere Wörter verwendet werden, wirkt das Produkt uneinheitlich. Eine Terminologiebasis harmonisiert diese Kanäle – und erleichtert die Wiederverwendung von Inhalten.
Terminologie ist einer der wichtigsten Hebel für Übersetzungsqualität. Wenn Ausgangsbegriffe konsistent und definiert sind, können Übersetzerinnen und Übersetzer verlässlich arbeiten; maschinelle und translation-memory-basierte Prozesse profitieren erheblich. Ohne Terminologie entstehen dagegen „driftende“ Übersetzungen, die in späteren Versionen teuer zu korrigieren sind.
Sinnvolle Terminologiearbeit ist ein Prozess mit klaren Rollen, Regeln und Ergebnissen. Sie startet mit der systematischen Erhebung relevanter Terme, führt über Definition und Festlegung zu einer gepflegten Datenbasis – und wird in Redaktions- und Entwicklungsprozesse integriert. Entscheidend ist, dass Terminologie nicht als Nebenbei-Aufgabe läuft, sondern als wiederkehrende Qualitätsarbeit mit Verantwortlichkeiten.
· Begriffsorientierung: Nicht Wörter sammeln, sondern Konzepte klären.
· Zielgruppenorientierung: Benennungen müssen zur Nutzerwelt passen.
· Verbindlichkeit: Festlegungen gelten für alle Inhalte und Teams.
· Nachvollziehbarkeit: Entscheidungen werden dokumentiert (Warum dieser Begriff?).
· Pflege: Terminologie wird versioniert und bei Produktänderungen aktualisiert.
Terminologie ist Teamarbeit. Technische Redaktion, Entwicklung, Produktmanagement, Support und ggf. Übersetzung/Localization sollten beteiligt sein. In der Praxis hilft eine klare Zuordnung: Wer darf neue Begriffe vorschlagen? Wer entscheidet? Wer pflegt die Datenbank? Wer prüft die Anwendung?
Damit Terminologie wirkt, muss sie in den Alltag: Redaktionsleitfäden, Styleguides, Review-Checklisten, Linguistic QA, Terminologieprüfungen und Freigabeprozesse. Je früher Begriffe festgelegt werden (z. B. während UI-Texte entstehen), desto weniger „Schulden“ entstehen später.
Die Termextraktion ist der Startpunkt: relevante Benennungen werden aus Quellenmaterial gesammelt und strukturiert. Ziel ist ein belastbarer Rohbestand, der anschließend begriffsorientiert bereinigt wird. Die Extraktion kann manuell erfolgen (z. B. aus Spezifikationen) oder unterstützt durch Tools, die häufige Nomenphrasen, Mehrwortbenennungen und Kontextbeispiele erkennen.
· Bestehende Dokumentation (Handbücher, Onlinehilfe, Serviceanleitungen)
· UI-Texte (Labels, Menüs, Dialoge, Fehlermeldungen)
· Spezifikationen, Lasten-/Pflichtenhefte
· Support-Tickets, Knowledge Base, FAQ
· Interviews mit Expertinnen und Experten
· Produktteile und Komponenten (z. B. „Antriebsmodul“, „Steuergerät“)
· Funktionen und Prozesse (z. B. „Kalibrierung“, „Selbsttest“)
· Bedienelemente und Anzeigen (z. B. „Start-Taste“, „Status-LED“)
· Fehlerzustände (z. B. „Übertemperatur“, „Kommunikationsfehler“)
· Abkürzungen und Akronyme (z. B. „RPC“, „VPN“, „SPS“)
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· Das Ergebnis ist eine Liste potenzieller Terme inklusive Kontextstellen. Schon hier lohnt sich eine Markierung von Auffälligkeiten: doppelte Benennungen, widersprüchliche Bedeutungen, Produktnamen vs. generische Begriffe, oder UI-Abweichungen.
Definitionen sind der Kern der Terminologiearbeit: Sie machen aus einer Wortliste ein Wissensmodell. Eine Definition soll eindeutig sein, Abgrenzung leisten und von Fachleuten wie Zielgruppe verstanden werden. Gute Definitionen sind knapp, aber nicht vage – und sie vermeiden „Definitionen durch Beispiel“ oder zirkuläre Formulierungen, bei denen der Begriff im Begriff erklärt wird.
· Präzise: benennt wesentliche Merkmale, nicht Nebensächlichkeiten.
· Abgrenzend: unterscheidet den Begriff von ähnlichen Begriffen.
· Stabil: bleibt über Produktversionen hinweg möglichst gültig.
· Zielgruppenpassend: nicht unnötig akademisch, aber fachlich korrekt.
· Intensionale Definition: Oberbegriff + unterscheidende Merkmale.
· Extensional: Aufzählung von Unterbegriffen (sparsam nutzen).
· Funktionsbezogen: nur ergänzend, wenn Funktion zentral ist.
Schlecht: „Ein Sensor ist ein Sensorbauteil zur
Sensorik.“ (zirkulär)
Besser:
„Sensor: Bauteil, das eine physikalische Größe erfasst und als elektrisches
oder digitales Signal bereitstellt.“
Bei der Festlegung wird entschieden, welche Benennung verbindlich ist. Dieser Schritt ist meist der konfliktträchtigste, weil unterschiedliche Teams unterschiedliche Sprachgewohnheiten haben. Ziel ist eine Entscheidung, die fachlich korrekt, nutzerverständlich und langfristig wartbar ist. Wichtig ist, dass Festlegungen dokumentiert werden: Wer hat entschieden, wann und warum?
· Eindeutigkeit: möglichst keine Mehrdeutigkeiten im Produktkontext.
· Konsistenz: passt zu UI, Marketing-Constraints und vorhandenen Begriffssystemen.
· Verständlichkeit: Leser erkennen den Begriff ohne Rätselraten.
· Normnähe: wenn einschlägige Standards existieren, sind sie ein Orientierungspunkt.
· Übersetzbarkeit: keine unnötigen Wortspiele oder kulturabhängigen Metaphern.
Synonyme werden nicht ignoriert, sondern kontrolliert: Eine Benennung wird als bevorzugt festgelegt, andere erhalten Status wie „zulässig“ oder „nicht verwenden“. So bleibt nachvollziehbar, was im Text stehen darf und was nicht.
Abkürzungen sind häufig, aber riskant. Wenn Abkürzungen verwendet werden, sollten sie definiert und konsistent sein. Sinnvoll ist eine Regel: Abkürzung beim ersten Auftreten ausschreiben, sofern Zielgruppe das benötigt, und anschließend die bevorzugte Form konsequent nutzen.
Eine Terminologiedatenbank ist die zentrale Quelle der Wahrheit. Sie verbindet Begriffe, Benennungen, Definitionen und Zusatzinformationen so, dass Redakteurinnen, Entwickler, Support und Übersetzung denselben Stand verwenden. Entscheidend ist weniger das Tool als die Datenqualität: klare Struktur, Statusfelder, Verantwortlichkeiten und regelmäßige Pflege.
· ID: eindeutige Kennung (z. B. TERM-000123)
· Bevorzugte Benennung: der Standardbegriff
· Wortart: Nomen, Verb, Adjektiv
· Definition: eindeutige Begriffsbestimmung
· Kontext/Beispiel: typischer Satz aus Doku oder UI
· Zulässige Varianten: alternative Schreibweisen (wenn nötig)
· Nicht verwenden: Synonyme/Altbegriffe, die vermieden werden sollen
· Domäne: Produktbereich (z. B. „UI“, „Service“, „Sicherheit“)
· Status: Entwurf, geprüft, freigegeben, veraltet
· Quelle: Spec, UI, Norm, Expertengespräch
· Owner: verantwortliche Person/Team
· Version/Datum: Änderungsverlauf
Die folgende Liste ist als praxisnahes Beispiel gedacht. Du kannst sie 1:1 in ein Terminologie-Tool übertragen oder als Grundlage für Tabellen in eurem System verwenden.
Bevorzugte Benennung: Not-Halt
Wortart: Nomen
Definition: Manuelle Sicherheitseinrichtung zum sofortigen Stillsetzen einer gefährlichen Bewegung oder Funktion, um Risiken zu reduzieren.
Kontext: „Betätigen Sie den Not-Halt, wenn eine unmittelbare Gefahr besteht.“
Zulässige Varianten: Not-Halt-Taster (nur wenn physisches Bedienelement gemeint ist)
Nicht verwenden: Not-Aus (wenn im Produkt die Funktion und Beschriftung „Not-Halt“ lautet)
Domäne: Sicherheit
Status: freigegeben
Quelle: Sicherheitskonzept / UI-Beschriftung
Owner: Safety Engineering
Bevorzugte Benennung: Start-Taste
Wortart: Nomen
Definition: Bedienelement, mit dem ein definierter Startvorgang ausgelöst wird (z. B. Programmstart, Zyklusstart).
Kontext: „Drücken Sie die Start-Taste, um den Automatikbetrieb zu beginnen.“
Zulässige Varianten: Start (nur als UI-Label, wenn exakt so beschriftet)
Nicht verwenden: Startknopf, Startschalter
Domäne: Bedienung
Status: geprüft
Quelle: UI / Bedienkonzept
Owner: Technische Redaktion
Bevorzugte Benennung: Benutzerkonto
Wortart: Nomen
Definition: Datensatz, der einem Benutzer eine Identität und definierte Berechtigungen im System zuweist.
Kontext: „Erstellen Sie ein Benutzerkonto für Wartungspersonal.“
Zulässige Varianten: Konto (nur wenn Kontext eindeutig ist)
Nicht verwenden: User, Account (wenn die deutsche UI verwendet wird)
Domäne: Administration
Status: freigegeben
Quelle: UI / Rollen- und Rechtemodell
Owner: Produktmanagement
Bevorzugte Benennung: Kalibrierung
Wortart: Nomen
Definition: Verfahren zum Bestimmen und Dokumentieren der Abweichung eines Messsystems gegenüber einer Referenz unter definierten Bedingungen.
Kontext: „Führen Sie die Kalibrierung nach dem Austausch des Sensors durch.“
Zulässige Varianten: —
Nicht verwenden: Justierung (wenn damit im Produkt ein anderer Vorgang gemeint ist)
Domäne: Service
Status: Entwurf
Quelle: Servicehandbuch / Expertengespräch
Owner: Service Engineering
Bevorzugte Benennung: Softwaremodul
Wortart: Nomen
Definition: Abgegrenzte Softwareeinheit mit klarer Schnittstelle, die eine Teilfunktion des Systems bereitstellt.
Kontext: „Aktivieren Sie das Softwaremodul ‘Diagnose’, um erweiterte Tests auszuführen.“
Zulässige Varianten: Modul (nur innerhalb der Softwaredomäne und nach Definitionseinführung)
Nicht verwenden: Baugruppe (wenn Hardware gemeint ist)
Domäne: Software
Status: geprüft
Quelle: Architekturdokumentation
Owner: Software Engineering
Bevorzugte Benennung: Baugruppe
Wortart: Nomen
Definition: Zusammengefasste Hardwareeinheit, die aus mehreren Komponenten besteht und als austauschbare Einheit behandelt wird.
Kontext: „Tauschen Sie die Baugruppe nur im spannungsfreien Zustand aus.“
Zulässige Varianten: Hardwarebaugruppe
Nicht verwenden: Modul (wenn dadurch Verwechslung mit Softwaremodul entsteht)
Domäne: Hardware
Status: freigegeben
Quelle: Ersatzteilkatalog / Servicekonzept
Owner: Hardware Engineering
Wenn du diese Beispieldaten als echte „Datenbankseite“ im
Snipbook nutzen willst, kannst du pro Term eine eigene Seite machen (also pro
TERM-XXXX ein eigenes <h1>). Alternativ kann diese Seite als
Referenz- und Musterseite dienen, auf die du später mit konkreten Projektdaten
aufbaust.
Missverständnisse entstehen selten durch „unfähige Leser“, sondern fast immer durch uneindeutige Sprache. Terminologiearbeit macht solche Unschärfen sichtbar und verhindert, dass sie sich über Jahre in Textbausteinen, Übersetzungen und Supportartikeln fortpflanzen. Die folgenden Beispiele zeigen typische Fehlerbilder – und wie man sie terminologisch entschärft.
Problem: „Modul“ bezeichnet in einem Dokument
eine Softwarefunktion, im nächsten Dokument eine Hardwareeinheit.
Folge:
Anwender suchen am Gerät nach etwas, das nur in der Software existiert – oder
umgekehrt.
Lösung:
Begriffe differenzieren und festlegen: „Softwaremodul“ vs. „Baugruppe“ (oder
„Hardwaremodul“), jeweils mit Definition.
Problem: „Startknopf“, „Startschalter“,
„Start-Taste“ meinen dasselbe Bedienelement.
Folge:
Leser zweifeln, ob verschiedene Elemente gemeint sind; Übersetzung wird
inkonsistent.
Lösung:
Eine Benennung festlegen („Start-Taste“), Varianten als „nicht verwenden“
markieren.
Problem: UI sagt „Aktualisieren“, Dokumentation
sagt „Update ausführen“.
Folge:
Anwender finden den Menüpunkt nicht; Supportaufwand steigt.
Lösung:
UI-String als bevorzugte Benennung übernehmen oder bewusst abweichende
Benennung definieren (mit Verweis/Erklärung).
Problem: „Führen Sie RPC aus“ – ohne vorherige
Auflösung oder Zielgruppenpassung.
Folge:
Unverständnis bei Einsteigern; falsche Bedienung.
Lösung:
Abkürzung definieren und ggf. ausschreiben („Remote Procedure Call (RPC)“) oder
Zielgruppenregel festlegen.
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Terminologie ist ein tragendes Fundament, aber sie ersetzt nicht die übrigen Disziplinen guter technischer Dokumentation. Selbst die beste Begriffsarbeit hilft wenig, wenn Inhalte schlecht strukturiert sind, Schritte unvollständig bleiben oder Zielgruppenbedürfnisse ignoriert werden. Umgekehrt kann gute Struktur viel retten – aber ohne Terminologie bleibt sie fragil: Begriffe driften, Übersetzungen zerfasern, und Wiederverwendung wird riskant.
· Informationsarchitektur: Inhalte finden, verstehen, wiederfinden.
· Prozedurenqualität: vollständige, testbare Schritte mit klaren Ergebnissen.
· Visualisierung: Abbildungen, Markierungen, konsistente UI-Referenzen.
· Redaktionsregeln: Styleguide, Schreibregeln, Lektorats- und Reviewprozesse.
· Feedbackschleifen: Supportdaten und Nutzerfeedback fließen zurück in die Doku.
Terminologiearbeit lohnt sich besonders dort, wo Komplexität, Sicherheitsanforderungen, Übersetzung oder Produktvarianten zunehmen. Sie ist am wirksamsten, wenn sie nicht als einmalige Aufräumaktion, sondern als kontinuierlicher Prozess verstanden wird: kleine, klare Festlegungen – konsequent angewendet – und regelmäßig gepflegt.
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