Kinder lernen aus Bilderbüchern (z.B. dem Pixibuch) indem sie es durchblättern, betrachten, genauer betrachten, immer wieder und immer wieder Neues entdecken.
Auf dieser Idee beruht das SnipBook:
Informationen sind auf Seiten verteilt
sie bauen Wissen Seite für Seite auf
jede Seite enthält eine einfache Botschaft in Bild und Text
das Buch kann und soll mehrfach durchgeblättert werden
jede Seite kann neu betrachtet werden
jede Seite enthält vertiefende Botschaften
Bildquelle: Scan vom Titelbild, PixiBuch, Carlsen-Verlag
In der Grundidee besteht jede Seite aus:
einem Bild
einer einfachen Textbotschaft
Vertiefungsinformationen, die zuerst verborgen sind
Jeder Text und jedes Bild wird zuerst nicht mit allen Details wahrgenommen.
SnipBooks sollen so sein, dass Bild und Text mehrmals gelesen werden können (wenn sie kurz sind, sie können durchaus etwas kompliziert sein).
Der Leser soll sich die Seiten mehrmals ansehen.
Es ist auch möglich, Details in einem Aufklapptext (wie hier) zu verstecken, so dass der Leser sie nur bei Bedarf ansieht.
Der Titel des Aufklapptextes kann den Inhalt zusammenfassen oder zum Lesen anreizen.
Die Idee des SnipBooks ist das Lernen im Fluß:
durchblättern und Eindrücke sammeln
ggf. tiefer einsteigen
genauer betrachten
Vertiefung ansehen
über Kontext nachdenken (aus Vorerfahrung, vorigen Seiten usw.)
überfliegen und Gesamtheit sehen
einzelne Punkte vertiefen
mehrmals durchblättern
Das SnipBook will Wissen aufbauen, dafür ist die Reihenfolge extrem wichtig:
bei Bekannten abholen
schrittweise Wissen aufbauen
vom einfachen zum Komplizierten
Aber jeder lernt anders und kann und muss beim SnipBook auch zurück blättern.
Insgesamt bietet das SnipBook die Informationen in einer “richtigen" Reihenfolge mit Vertiefungsmöglichkeiten.
Ein SnipBook umfasst ein Thema.
ein Umfang von max. 20 Seiten ist geeignet, um ein Thema zu abzuarbeiten.
Umfangreiche Inhalte eigenen sich nicht für ein SnipBook,
könnten aber eventuell in mehrere SnipBooks aufgeteilt werden.
Lehrende neigen dazu, ALLES auf einmal beibringen zu wollen. Damit überfordern sie die meisten Lernenden.
Die Kunst ist es, Lerninhalte auf das Wesentliche zu reduzieren und alles Unwichtige wegzulassen
konzentriere dich auf das was er JETZT lernen soll
tröste dich damit, dass er später noch dazu lernen kann
lasse alles weg, was du gerne noch erklären würdest
schreibe nur das, was er braucht
Schreibe das SnipBook so, dass der Leser zunächst das einfache sieht, das zum Verständnis ausreicht.
Packe weitere Details z.B. in solche Aufklappbereiche. Da darfst du auch komplizierter werden.
Ich würde aber Informationen, die nur sehr selten interessant sind, ganz weglassen.
Didaktische Reduktion heißt auch, eine Darstellung oder Handhabung zu entwickeln, die leicht nachvollziehbar ist.
Zu Zeiten von Adam Riese war die schriftliche Division so schwer, “dass sie wohl den Studenten der Universitäten vorbehalten ist"
Heute ist sie so vereinfacht (vom Verfahren), dass sie in der Grundschule vermittelt werden kann.
Ebenso könnte man die Darstellung eines Viertaktmotors betrachten, die über viele Generationen weiter vereinfacht wurde.
Das Beispiel zeigt, wie ein Teilnehmer eine spezielle Technik anwendet. Hier im Sport.
Auch bei der Vermittlung von Handhabung kommt es darauf an, eine gute Vorgehensweise zu vermitteln
Formuliere deine Inhalte als anwendbaren Tipp
nicht: Du mußt zuerst das Prinzip verstehen
sondern: Mache jetzt das und das
Techniker neigen dazu Technik zu erklären.
Versuche dich in den Anwender hineinzuversetzen und formuliere für ihn.
Lasse technische Aussagen weg
Das Programm beseht aus 5 Modulen
Besser: # XXX #
beschreibe nicht, sondern zeige
nicht: das System besteht aus …
sondern: zeige ein Bild